Willkommen im Atarimuseum 

Atarimuseum

Wenn der Name ATARI fällt, denken die Meisten an die klassischen Videospiele oder ihren ersten Computer – meist ein 800XL oder eins der zahlreichen ST-Modelle. Und auch wenn es die Firma als solche schon längst nicht mehr gibt, so ist der Name doch noch immer im Bewusstsein vieler eingebrannt.

Doch Atari war mehr als nur ein Videospiel- und Computerhersteller. Die Firma ebnete den Weg für die heute milliardenschwere Videospielbranche, nutzte oft schon früh und ihrer Zeit weit voraus Technologien, die heute selbstverständlich sind. Amiga, NES und Sega Mega Drive wären alle um ein Haar zumindest in Nordamerika unter der Marke Atari vertrieben worden, hätten nicht jedes Mal wirtschaftliche Umstände dagegen gesprochen. Atari experimentierte mit Holografie, Laserdiscs, Virtual Reality, Multiprozessor-Technologien und Spielsteuerung per Gedankenübertragung, um nur mal einige Beispiele zu nennen. Produkte für die Gesundheitsbranche wurden ebenso entwickelt wie Bildtelefone oder Geräte für die Musikbranche. Unter der Marke Atari erschienen auch Flipper, Jukeboxen, Taschenrechner, Taschen-Datenbanken u.v.m… Personen, die bei Atari mitwirkten, nahmen oft auch danach noch großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Technik – so arbeitete Joe Decuir, der die SIO-Schnittstelle der 8-Bit-Ataris entwickelte, später am USB-Standard mit, Amiga-Chefentwickler Jay Miner arbeitete schon an der 2600-Konsole und den ersten Atari-Computern mit, und Steve Jobs war vor der Gründung von Apple freier Mitarbeiter bei Ataris Elektroingenieuren.

Die Marke Atari gibt es zwar auch heute noch – allerdings handelt es sich hier um eine kleine Firma, die bis 2009 Infogrames hieß und sich eher um die kommerzielle Neuverwertung der Atari-Klassiker aus den 1970er und 1980er Jahren auf aktuellen Systemen kümmert oder mit anderen Dingen wie beispielsweise Kryptowährungen experimentiert. Diese Website beleuchtet die Aspekte von der Gründung der Firma Atari im Jahr 1972 bis zur Einstellung des Arcadegeschäfts von Midway Games West im Jahr 2001.

Tauchen Sie ein in die „fantastische Welt von ATARI“, wie es damals schon im Werbefernsehen hieß. Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern :-)


Wer auf der Suche nach Foren und Gleichgesinnten ist, dem seien hier noch folgende Links ans Herz gelegt:

Letzte Updates
Der Roboter Kermit und seine Nebenprojekte sowie die Atari Corporate Research Labs sind online

Die Computerprojekte Sierra, Gaza & Mickey sind wieder online und wurden um fehlende Informationen ergänzt

Die Seite der AtariTel Division wurde komplett überarbeitet und um fehlende Informationen ergänzt, ebenso das Atari Bionics System


Letzte Neuzugänge
Mega STE/2-48 (OVP), 1040STFM, SM124, STM1, Commodore 1084S-D1 Monitor (OVP), Elite Joy Board Arcadejoystick, Competition Pro Joystick grün/chrom + Software: Leonardo ST, Spacola, Vroom, Vroom Data Disk, The Secret of Monkey Island, Lemmings, Bolo, Dan Dare III, Mind Games, Shufflepuck Cafe, Wings of Death, Pirates!, Super Cars, Super Cars II, That's Write, MindScape Formula One Grand Prix, Special Forces, Eagle's Rider, Super Space Invaders, Out Run Europa, Oxxonian und North & South (2. Februar 2019)

Spielmodule Space Invaders (CX2632), Golf (CX2634) und Slot Racers (CX2606) für das Atari 2600 Video Computer System, jeweils in der Originalverpackung (4. September 2018)

Spielmodul Defender (CX5218) für das Atari 5200 System, komplett (11. Juli 2018)


Was geschah im März?


Syzygy Company Syzygy Company
1971
Nolan Bushnell wechselt von Ampex als Chefentwickler zu Nutting Associates in Mountain View. Die Firma stellt Bushnell Räumlichkeiten für das zu entwickelnde Spiel auf Basis von Spacewar! zur Verfügung und will die Herstellungskosten bezahlen. Syzygy soll die Rechte an dem Spiel behalten dürfen und Nutting eine Produktionslizenz ausstellen. Ted Dabney, der an dem Projekt mitarbeitet, bleibt vorerst bei Ampex.


Atari, Inc. & Kee Games, Inc. Kee Games  Atari, Inc.
1973
Ted Dabney gibt zu Monatsbeginn seinen Anteil an der Firma an Bushnell ab und wird nun Vice President Production Facilities (Leiter der Produktionsstätten), behält aber seinen Sitz im Vorstand. Am 8. März findet die erste Jahreshauptversammlung statt. Midway kündigt in diesem Monat sein auf Pong basierendes Spiel als Midway Winner an, die Mitbewerber Allied Leisure und For-Play Manufacturing kündigen ihrerseits weitere, wenn auch unlizenzierte (aber mangels Patentschutz legale) Versionen des Spiels unter den Namen Paddle Battle und Rally an. George Faraco wird als Industriedesigner angestellt.

1974
Atari Gran Trak 10 Paul Pease Advertising wird als neue Werbeagentur verpflichtet. Die Spiele Spike (Kee Games, = Atari Rebound), QuadraPong (Atari, = Kee Games Elimination!) und Gran Trak 10 (Atari) kommen auf den Markt. Ted Dabney verlässt Atari endgültig und Steve Ritchie wird als Techniker bei Atari eingestellt.

1975
Tom Quinn, Einkäufer der Kaufhauskette Sears, Roebuck & Co. bestellt am 17. März für das kommende Weihnachtsgeschäft bei Atari 75.000 der im Januar auf der Winter CES vorgestellten Pong-Spielkonsolen, die unter der neuen Sears-Eigenmarke Tele-Games verkauft werden sollen. US-Verkaufsleiter Pat Karns wechselt zu Fun Games.

1976
Atari Outlaw Nachdem Sears seine Tele-Games Pong-Konsolen erhalten hat, wird die Konsole am 5. März nun unter der eigenen Marke für $99,95 in den Handel gebracht. Mike Albaugh wird dritter Programmierer der Coin-Op-Division. Joe Decuir von Cyan Engineering wechselt als Systementwickler in die Atari Consumer Microelectronics Group, wo er mit Synertek-Chipdesigner Jay Miner am Grafikchip TIA der programmierbaren Spielkonsole arbeitet, die mittlerweile den Projektnamen Stella nach der Marke des Fahrrads eines Atari-Angestellten erhalten hat. Auf der IMA in West-Berlin stellt Löwen-Automaten den von Atari-Europe entwickelten Theatre Kiosk vor, ein Arcade-System, das an örtliche Gegebenheiten angepasst und in das verschiedene Spiele installiert werden können. Roger Hector, bislang Fahrraddesigner bei Huffy, wechselt als Industriedesigner zu Atari und das Arcadespiel Outlaw! erscheint. Don Lang, Engineering Manager der Coin-Op-Division, wechselt am 15. März in gleicher Funktion in die Pinball Division, er wird durch Robert Skyles (bislang bei der Calma Company) ersetzt. Richter John Banner hebt am 17. März die von Atari erwirkte einstweilige Verfügung gegen Fun Games auf. Auf der Hausmesse im Hyatt Regency Hotel in San Francisco werden die Spiele Quiz Show, Tank 8 und Indy 4 (alle unter der Marke Kee Games) vorgestellt, ebenfalls erstmals in Amerika der Theatre Kiosk.

1977
Gil Williams wird neuer Vice President und General Manager der Pinball Division. Noah Anglin II, bisher bei Memorex, wechselt als Manufacturing Manager zu Atari, er ersetzt dort neben Williams auch Bob Skyles (Engineering Manager der Coin-Op Division), der die Firma verlässt. Auf der Hausmesse werden am 20. März die Spiele Triple Hunt (Atari) und Sprint 8 (Kee Games) vorgestellt. Der Vertriebspartner Löwen-Automaten erhält einen Platin-Breakout für die hervorragenden Breakout-Verkäufe in Westdeutschland und West-Berlin. Die Atari-Cafeteria im Gebäude 1215 Borregas Avenue wird eröffnet.

1978
Ray Kassar Auf der Hausmesse im kalifornischen Pebble Beach wird die noch von Atari-Europe entwickelte Consolette vorgestellt. Ray Kassar wird unterdessen General Manager der Consumerabteilung und ersetzt hier Sheldon Ritter, der die Firma verlässt. Kassar erhält einen Halbjahresvertrag, der außerdem besagt, dass Kassar auf Wunsch jederzeit zu seiner eigenen Firma zurückkehren kann. Außerdem erhält er eine Gewinnbeteiligung, ein Appartement in San Francisco und einen eigenen Chauffeur. Diese Bedingungen handelte Kassar mit Warner Communications aus, allerdings in der Hoffnung, dass die Firma nicht darauf eingehen würde. Die Spiele Sky Raider und Tournament Table erscheinen. Atari ist zudem auf der Suche nach einem Video Games Marketing Manager, der die volle Verantwortung über ein ungenanntes, aber bereits in der Entwicklung befindliches Projekt im Bereich Marketing und Entwicklung haben soll.

1979
Der Flipper Superman wird am 5. März veröffentlicht, wenige Tage später die VCS-Spiele Football, Human Cannonball, Sky Diver, Miniature Golf, Slot Machine, Canyon Bomber, Bowling und Casino.

1980
In Westdeutschland wird die Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft mbH als Tochtergesellschaft der WEA Musik GmbH gegründet, die Leitung übernimmt Klaus Ollmann, bisher zweiter Geschäftsführer der WEA Musik sowie Leiter der GOVI Records GmbH und der Record Service GmbH. Rolf Rehfeldt wird Verkaufsleiter, Werner Täsler Marketingchef. Die vorläufige Zentrale befindet sich im Gebäude der WEA Musik an der Arndtstraße 16 im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst, das Lager befindet sich im Lagerhaus der GOVI Records an der Gluckstraße 76 in Hamburg-Barmbek. Reparaturen werden bei Record Service in der Max-Planck-Straße 1–9 in Alsdorf nahe Aachen durchgeführt. Der Music Composer für die Computer 400/800 wird unterdessen in den USA auf den Markt gebracht und die Science Research Associates (SRA) beginnt mit der Entwicklung von Bildungsprogrammen für die Atari-Computer. Atari soll diese Programme dann unter eigener Marke veröffentlichen dürfen, dafür soll SRA als einziger Anbieter Atari-Computer im Bildungssektor vermarkten dürfen. The Music Hire Group übernimmt den Vertrieb der Arcade-Produkte im Vereinigten Königreich, Bo Billing in Schweden und Raha-Automaattiyhdisys in Finnland.

1981
Sears Tele-Games Video Arcade: Stellar Track Die Video Arcade-Spiele Steeplechase und Stellar Track sowie das VCS-Spiel Video Pinball kommen in den Handel. Jim Tittsler von International Remote Imaging Systems wechselt zu Atari. In Fajardo auf Puerto Rico nimmt Atari Caribe eine 4600m² große Fabrik in Betrieb, in der 40 Mitarbeiter künftig VCS-Module produzieren sollen. Geleitet wird die Fabrik von William Planas, der von der Storage Technology Corporation zu Atari wechselt. Ein Ausbau der Fabrik auf 150 Mitarbeiter ist möglich. Frank Ballouz wird unterdessen Vice President Marketing der Coin-Operated Division, Don Osborne wird Vice President Sales. In Milpitas soll ein Holzlager errichtet werden, die Leitung soll Tom Thompson, bislang bei Ethan Allen Furniture, übernehmen. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 1981 vorgesehen. Auf der U.S. Army Training and Doctrine Command (TRADOC) Conference wird der auf dem Arcadespiel Battlezone basierende Bradley Trainer, auch als Army Battlezone oder MK-60 bekannt, via Satellitenübertragung vorgestellt. Auf einer Pressekonferenz im Time and Life Building in New York stellt Atari am 23. März erstmals das Spiel Asteroids Deluxe in den Varianten Upright, Cocktail und Cabaret sowie das VCS-Spiel Missile Command vor. Das Spiel Championship Soccer wird ab sofort als Pelé's Soccer ausgeliefert und ein Atari Game Club wird gegründet.

1982
Atari VCS: Pac-Man Im Prozess Atari gegen Philips in Sachen Pac-Man/Munchkin entscheidet das U.S. Court of Appeals for the Seventh Circuit, dass das untergeordnete Gericht die einstweilige Verfügung gegen Philips erlassen muss. Philips legt dagegen Berufung ein. Die AtariTel Division wird unter der Leitung von Dennis Groth gegründet. Steve Bristow wird Vice President der Abteilung, Niles Strohl Leiter der Entwicklung. J. David Remson wird neuer Leiter der Elektroentwicklung der Consumer Division und ersetzt Strohl auf diesem Posten. Die AtariTel Division bezieht das Gebäude an der 1272 Borregas Avenue in Sunnyvale. Das Atari Holoptics Laboratory wird derweil geschlossen und alle laufenden Entwicklungen endgültig gestoppt. Die Atari Advanced Products Group wird in die Design Research Group integriert, Harry Jenkins, bisher Leiter der AAPG, wird Manager of Corporate Design Research. Bill Carris wird Leiter des Softwaremarketings in der Atari Home Computer Division und ersetzt Brenda Laurel, die ins Atari Sunnyvale Research Lab wechselt. Gegen Ende des Monats erscheint das bis heute meistverkaufte und vielkritisierte VCS-Spiel Pac-Man. Das Electronic Games Magazine kürt Star Raiders für die Atari-Computer zum Computerspiel des Jahres.

1983
Atari 1200XL Elaine Shirley wird Leiterin des Kundenservice in der Coin-Operated Games Division und ersetzt dort Darl Davidson. Lou Tarnay, Paul Laughton und Brian Johnston aus der Atari Home Computer Division wechseln zu Fox Video Games. Jim Romanos wird neuer Softwareentwicklungs-Leiter und folgt Tarnay nach. Am 8. März gewinnt die Penril Corporation aus Rockville die Ausschreibung zur Produktion der neuen Low-Cost-Modems vom Typ 1030. Atari und Coleco legen ihre Differenzen bei, Coleco kann sein Colecovision Expansion Module No. 1 weiterhin verkaufen und ebenso die 2600-kompatible Spielkonsole Gemini Video System, für beide Geräte erhält Coleco eine Lizenz von Atari. Larry Plummer, Entwicklungsleiter in der Atari Home Computer Division, verlässt die Firma. Bill Kaiser, Finanzdirektor derselben Division, wechselt zu Electronic Arts. Der neue Computer 1200XL kommt für $899 in den Handel, mit ihm auch die Peripheriegeräte 1010, 1020 und 1025. Außerdem kommen das von der GCC entwickelte Arcadespiel Food Fight, die 2600-Spiele Centipede und Crazy Climber (letzteres exklusiv für Atari Club-Mitglieder) und das 5200-Spiel Qix auf den Markt. Dan Miller wird Director Planning & Business bei der AtariTel Division, deren Arbeit am 17. März erstmals öffentlich vorgestellt wird. Detlev Driemeier wechselt von Akai als Verkaufsleiter zur Atari Eletronik Vertriebsgesellschaft, er ersetzt dort Rolf Rehfeldt, der die Firma verlässt. Graham Daubney, Product Manager bei Atari International (U.K.), verlässt Atari ebenfalls. Auf der 8th Annual West Coast Computer Faire in San Francisco wird die Einsteiger-Programmiersprache Atari Logo, die von Logo Computer Systems entwickelt wurde, erstmals vorgestellt. Am 21. und 22. März findet das erste und einzige Treffen des Atari Youth Advisory Boards statt, an dem zwanzig Teenager aus den ganzen Land teilnehmen. Atari International (Benelux) B.V. zieht in den Atoomweg 480 nach Utrecht um, der Verkauf und der Kundenservice verbleiben in Breda. Paul Cubbage wechselt zu Mindset, er wird interimsweise von Jack Perron als Manager Product Review bei APX vertreten.

1984
Atari 2600: Obélix Atari schießt Amiga nach Abschluss der Lizenzverhandlungen 500000 Dollar vor, damit die Firma am im Januar 1984 auf der Winter CES vorgestellten Projekt Lorraine weiterarbeiten kann. Atari bekommt dadurch Zugang zu den Entwicklern und beginnt mit der Entwicklung eines eigenen Boards. Amiga stellt dafür Atari die Lorraine-Unterlagen zur Verfügung. Bei Unterzeichnung der Lizenzvereinbarung sollen die Unterlagen in den Besitz Ataris übergehen, dafür soll Atari Amiga eine Million Dollar zahlen sowie eine Million Vorzugsaktien zum Stückpreis von drei Dollar kaufen. Außerdem werden 500000 Dollar für jeden fertig entwickelten Chip fällig. Amiga erhält zudem Lizenzgebühren in Höhe von zwei Dollar pro produziertem Chip und 100000 Dollar jährlich von der Coin Op-Division. Atari darf dafür ab 1985 eigene Computer-Erweiterungen für bestehende Spielkonsolen und ab 1986 auch eigene Computer mit dem Lorraine Chipsatz entwickeln. Sollte die Lizenzvereinbarung bis 30. Jun 1984 nicht unterzeichnet werden, soll Amiga den Vorschuss zurückzahlen und Atari würde kostenfrei Zugriff auf die Lorraine-Chips haben. Die Amiga-Entwickler haben jedoch für den Fall der Fälle falsche Zeichnungen angefertigt, die sie Atari übergeben wollten – Chips, die nach diesen Unterlagen produziert worden wären, hätten schlicht nicht funktioniert. Die Originalzeichnung lag bei einem der Amiga-Entwickler zu Hause. John Beuttell, Vice President Sales der Atari International, wechselt zu Mindscape. In Europa werden die ersten 800XL-Computer in den Handel gebracht. Ebenso erscheint das Arcadespiel TX-1, das Atari unter Lizenz von Tazmi und Namco fertigt, die Crystal Castles-Umrüstsets für Missile Command- bzw. Dig Dug/Kangaroo/Food Fight/Arabian-Geräte, die Major Havoc-Kits für Tempest und Space Duel/Gravitar/Black Widow sowie das Millipede Action Pac für Dig Dug/Kangaroo/Arabian-Geräte. An 2600-Spielen kommen diesen Monat Oscar's Trash Race, Crystal Castles, Millipede, Taz (bzw. in Europa Asterix) und Obélix auf den Markt. Für die 5200 erscheint Robotron: 2084, für die Computer Donkey Kong Junior und Pengo. Der Leiter des APX-Programms Fred Thorlin verlässt die Firma.. Simon Westbrook von Graham Poulter Advertising wird neuer Financial Controller bei Atari UK. Im Rechtsstreit der Ex-Angestellten gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber holt der Superior Court Santa Clara County den Mutterkonzern Warner Communications mit an den Tisch. Die türkische ME-TA Elektronik VE TICARET A.S. erhält eine Lizenz zum Nachbau von 2600-Konsolen und -Spielen. Auf der 9th West Coast Computer Faire in San Francisco bestätigt Atari die Einstellung des APX-Programms und stellt mit Bumpomov's Dogs einen der letzten Titel aus diesem Programm vor. Eine neue Lieferung von 15000 850-Schnittstellenmodulen soll auch demnächst in den USA eintreffen. Die Games Design Research Group wird aufgelöst, deren Leiter Chris Crawford verlässt die Firma.


Atari Corporation, Atari Games Corporation und Tengen, Inc. Atari Corporation  Atari Games Corporation
1985
Atari Zentrale Beim San Leandro Computer Club beantworten acht Atari-Manager und -Entwickler über zwei Stunden lang die Fragen von etwa 200 Zuhörern im Saal. Dabei wird unter anderem erklärt, dass der geplante Portable Computer 65XEP mangels Interesse und der Musikcomputer 65XEM wegen Problemen mit der Fertigstellung des neuen Soundchips AMY aufgeschoben werden sollen. Das 520ST-Entwicklerpaket kann von Interessierten mittlerweile für $4500 erworben werden. Die Atari-Fabrik im irischen Limerick wird nun endgültig geschlossen, die Arbeiter haben aber durch den Streik und die seit Dezember 1984 andauernde Besetzung des Werks hohe Abfindungszahlungen herausschlagen können. Alwin Stumpf, bislang Geschäftsführer der westdeutschen Commodore-Landesgesellschaft, wird am 19. März Geschäftsführer der Atari Corp. (Deutschland). Prokuristen von Atari Deutschland sind Jack und Sam Tramiel, David Harris, Massimo Ruosi, Brian Richards, Irma Obersteiner, Helga Weise und Gabriele Tanger. Claus Birk und Claus Arved Bolle verlassen die Firma. Die Atari Italia S.p.A. bezieht neue Räumlichkeiten an der Via dei Lavoratori 19 in Cinisello Balsamo nahe Mailand, die alten Büros in Mailand werden geräumt. Ernesto Zanzi wird Generalprokurist, Robert Freggia wechselt von der Warner-Tochter Atari International (Italy) zu Atari Italia als Verkaufsleiter und Fiorenza Anelli wird Marketingleiter. Atari International (Italy) wird geschlossen. Am 23. März startet Atari das Bulettin Board System (Atari BBS), David Duberman wird Systemoperator der Usergroup. Der Umzug der Verwaltung in die 1196 Borregas Avenue ist nun abgeschlossen, die ehemalige Zentrale an der 1265 Borregas Avenue endgültig geräumt. Auf dem Boston Computer Society General Meeting stellt Leonard Tramiel zusammen mit Bruce Cohen (Digital Research) und Boll Bowman (Spinnaker) den neuen Computer 520ST erstmals an der Ostküste vor, die New England Life Hall ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Ende des Monats werden bereits die ersten Exemplare des 130XE ausgeliefert, die kleinere Ausgabe 65XE wird in Kanada in den Handel gebracht. DOS 2.5 ersetzt beim Diskettenlaufwerk 1050 das bisher mitgelieferte DOS 3, es soll außerdem als Freeware angeboten werden. Am 30. März werden 520ST und 130XE bei der 10th West Coast Computer Faire im Moscone Convention Center in San Francisco durch den San Leandro Computer Club und die Atari Bay Area Computer Users Society (ABACUS) erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Noch vorhandene Einzelteile der bereits eingestellten Konsolen 2600A und 5200 werden im Werk in Taiwan zusammengesetzt und die Konsolen (erneut) vertrieben, effektiv kehrt die Konsole 5200 so auf den Videospielmarkt zurück.

1986
Atari 1040ST In Frankreich werden die Preise für die ST-Computer neu festgelegt, der 520STF, eine abgespeckte Version des 1040STF mit nur 512 kB Arbeitsspeicher und einseitigem Diskettenlaufwerk, die dort an Stelle des 520STM erscheint, soll für FF5990 zu haben sein. Der 1040STF kostet mit Monitor SM124 FF9990, mit Farbmonitor SC1224 FF11990. Die britische Firma Feudos Limited wird durch Martin Brennan, Ben Cheese und John Mathieson, allesamt ehemalige Ingenieure bei Sinclair Research, gegründet. Auf der Atari Computer Show im Champagne Hotel in Hammersmith (London), der weltweit allerersten von Atari veranstalteten reinen Atari-Messe, werden der 1040STF (£799 mit SM124 bzw. £999 mit SC1224) und der 520STM (£399 als Einzelgerät) vorgestellt und der 520STFM (£499) angekündigt, der innerhalb weniger Monate verfügbar sein soll. Erstmals in Europa wird auch die Konsole 7800 vorgestellt (£70), erneut angekündigt wird der Drucker SMM804. Die sogenannte MS-DOS Box wird vorgestellt, ein externer Hardwareemulator bestehend aus einem 8088-Prozessor samt Sockel für den mathematischen Coprozessor 8087, 512 kB Arbeitsspeicher, einem IBM V20-Emulator und einem CP/M-Z80-Emulator (CP/M-80 v2.2, SoftDesign). Für die XE-Serie wird der 80-column adapter (später XEP80) präsentiert. Auf der allerersten CeBIT (Centrum für Büro- und Informationstechnik) in Hannover stellt Atari erstmals in Westdeutschland den 1040STF und die Festplatte SH324 (bisher SH204) vor und für die XE-Serie das Diskettenlaufwerk XF351 samt neuem DOS. Den Import der Atari-Geräte in Österreich übernimmt die W.D. Warren Ges.m.b.H. In den USA und Großbritannien werden die neuen Computermodelle 1040STF und 520STM erstmals ausgeliefert, außerdem der 65XE, nachdem die Lagerbestände des eingestellten 800XL nun langsam zur Neige gehen. An Software für den XE erscheinen Proofreader, Silent Butler und Music Painter. Atari (Benelux) bezieht am 27. März ein weiteres Vertriebsbüro am Boomsesteenweg 28 im belgischen Schelle. Die Arcadespiele Super Sprint und – unter Lizenz von Namco – Robo Soccer der Atari Games Corporation werden auf der American Coin Machine Exhibition (ACME) vom 7. bis 9. März in Chicago erstmals vorgestellt. Rich Moore und Chris Downend werden Entwicklungsleiter unter Lyle Rains und Dan van Elderen. Die zur Atari Holdings gehörende WEA Musik GmbH geht in der Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft mbH auf, die in WEA Musik GmbH Neue Medien und Elektronikvertrieb umbenannt wird.

1987
Atari Games: RoadBlasters Auf der CeBIT '87 in Hannover, die vom 4. bis 7. März stattfindet, werden der Mega ST, der Atari Laser Printer, beide Versionen des PC und das XE Game System erstmals in Westdeutschland vorgestellt. Das XEGS soll hierzulande an Stelle der Konsole 7800 auf den Markt kommen. Neu vorgestellt wird der 800XE, der den mittlerweile ausgelaufenen 800XL ersetzen soll und technisch wie optisch mit dem 65XE identisch ist, jedoch aus markenrechtlichen Gründen anders benannt werden musste. Präsentiert wird auch das Spiel BattleZone für XL und XE, welches 1983 für die XL-Serie schon einmal vorgeführt wurde. Auf der CorpCon East im Sheraton Centre Hotel in New York wird vom 10. bis 12. März der in Europa schon längst erhältliche 520STFM erstmals in den USA vorgestellt. Joshua Trapper, bisher bei Associate at Gaston Snow & Ely Bartlett, wird Unternehmensberater bei Atari und ersetzt Josephine Parry (ehem. Druehl), die zu Tandem wechselt. Atari und Commodore legen am 24. März ihre Streitigkeiten in Sachen Amiga bei, Details über die Einigung wurden jedoch nicht bekannt gegeben. Technical Support Manager Alex Leavens verlässt die Firma. Das Arcadespiel RoadBlasters kommt als System I-Upright, System I-Umrüstsatz und als Cockpit-Version auf den Markt. Atari Games Ireland veröffentlicht das Sega-Arcadespiel Dunk Shot in Europa.

1988
Atari 7800: Ballblazer Atari beschäftigt zwischenzeitlich in den USA 4090 Angestellte, davon 2230 in der Elektromarktkette The Federated Group. Der PC2 wird in Großbritannien in drei Konfigurationen angeboten: PC2-SD mit einem Diskettenlaufwerk, PC2-DD mit zwei Diskettenlaufwerken und PC2-HD mit einem Diskettenlaufwerk und einer 30 MB-Festplatte. Auf der Third International Conference of CD-ROM, die vom 1. bis 3. März in der Microsoft-Zentrale in Seattle stattfindet, stellt Atari das Laufwerk CDAR504 vor. Atari verklagt den Chiphersteller Micron vor dem Federal Circuit Court in San Jose. Micron wird vorgeworfen, sich nicht an Preisabsprachen zu halten – Atari hätte telefonisch eine Bestellung von drei Millionen RAM-Bausteinen zum Stückpreis von $3,75 aufgegeben, Micron hätte dann später aber einen höheren Preis verlangt. In Kanada kommt derweil der PC2 auf den Markt, für die Konsole 7800 erscheint in den USA das Spiel Ballblazer, für die XE-Serie die Spiele One-on-One Basketball, Fight Night, Lode Runner und Archon. Auf der CeBIT '88, die vom 16. bis 23. März in Hannover stattfindet, wird erstmals in Westdeutschland der Transputer ABAQ vorgestellt, außerdem die Computer PC4 und PC5 sowie das Wechselplattenlaufwerk SR444. Im Hinterzimmer der CeBIT wird derweil der schon lange erwartete 32-Bit-Computer als TT030 und TT/X angekündigt, eine Portierung von UNIX kann bereits vorgestellt werden. Die Modelle PC2 und PC3 werden auf den westdeutschen Markt gebracht. Ambrose LaRocco, bisher bei Celebrity Computing, wird Präsident der Federated Group, er ersetzt Garry Tramiel in dieser Funktion, der aber nach wie vor CEO der Kette bleibt. Ein Teil der Atari Games-Lagerhalle am 675 Sycamore Drive wird zur Produktionshalle ausgebaut. Mindscape bringt eine Version von Gauntlet für den Apple IIgs auf den Markt sowie Gauntlet: The Deeper Dungeons für Commodore 64/128.

1989
Atari XE: Food Fight Auf der CeBIT '89 werden der Laptop Stacy, der Großbildschirm SM194, das Wechselplattenlaufwerk Megafile 44 und der Nadeldrucker SMM824 vorgestellt, Fachleuten wird im Verborgenen auch ein Prototyp des TT mit modifiziertem TOS 1.04 sowie der Prototyp eines erweiterten ST präsentiert. Angekündigt werden die in Westdeutschland noch nicht erschienenen Computer PC4 und PC5, der tragbare PC Folio und die Spielkonsole 7800, die das wenig erfolgreiche XE Game System ablösen soll. Während der CeBIT werden die Computermodelle 520STFM und 1040STFM in die westdeutschen Läden gebracht. Am 9. März beschließt Atari die komplette Auflösung der verlustreichen Federated Group-Elektromarktkette, bis Ende 1990 sollen alle Märkte entweder geschlossen oder verkauft werden. Einige Videospiel-Neuheiten kommen diesen Monat auf den Markt, so erscheinen für die Konsole 2600 die Titel Super Baseball, Super Football und Sprintmaster, für die 7800 die Spiele RealSports Baseball und Touchdown Football, für die XE-Serie Ace of Aces, Food Fight und Necromancer und für den ST im Vereinigten Königreich Go-Moku/Renju, Backgammon, Bridge, Atari Grand Prix und Tempest. Bezirksrichterin Fern Smith bewilligt am 3. März die Unterlassungserklärungs-Anträge von Atari Games und Nintendo. Nintendo darf nun nicht mehr seine Händler wegen des Verkaufs von Tengen-Modulen anzeigen, Atari Games darf die Mitbewerber nicht wegen der Patentrechtsverletzung des Patents 4445114 anzeigen. Beide Unterlassungserklärungen sollen so lange gültig bleiben, bis alle laufenden Prozesse zwischen den beteiligten Firmen beendet sind.

1990
Atari TT030 Die Firma Tramel Trading wird am 14. März in Liquid Crystal Systems Technology Corporation umbenannt. Ziel der Firma ist es nun, eine ehemalige Commodore-Fabrik in Philadelphia aufzukaufen, um dort Flüssigkristallbildschirme in Eigenregie zu produzieren, dadurch sollen 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Auf der CeBIT '90 wird der neue ABC386/40 vorgestellt, ebenso Model 4.5 der ATW800. Der Marktstart des TT030 in Westdeutschland in der Konfiguration mit 2 MB Arbeitsspeicher und 40 MB-Festplatte wird für Mai angekündigt, auch der TT030/X wird gezeigt, dieser soll ab November mit 6 MB Arbeitsspeicher, dem Betriebssystem ATX (Atari UniSoft UNIX System V Release 3.1) sowie einer Festplatte mit wahlweise 80, 120 oder 170 MB Speicherkapazität auf den Markt kommen. Ein drittes Modell namens TT/X im Tower und mit mehreren VME-Steckplätzen soll im August marktreif sein. Vorgestellt wurde auch eine Netzwerklösung namens Atari-Net für ST, TT und PC. Für den Portfolio werden vorgestellt: Extended DOS Utilitues, Financial Calculator und Scientific Calculator sowie die Spiele Mindgames und Portfolio Chess. Das Berufungsgericht fü/r den Bundeskreis in Washington D.C. hebt die am 3. März 1989 erlassenen Unterlassungserklärungen von Nintendo und Atari Games auf. Die Anzahl der Atari Expo-Niederlassungen ist mittlerweile auf 34 angewachsen, zwei weitere Niederlassungen sollen noch diesen Monat eröffnen. Namco-America übernimmt das Funtasia am Pier 39 im Hafen von San Francisco. Die Spielha/le ist eine der ersten, die nach dem Namco CyberStation Amusement Zone Konzept eingerichtet werden. Mehr als 100 Arcadespiele sowie ein Autoscooter sind Teil des Funtasia.

1991
Atari ST Book Auf der CeBIT '91 werden erneut zahlreiche Neuheiten vorgestellt, darunter befinden sich das Notebook ST Book, der Tabletcomputer ST Pad, das CD-ROM-Laufwerk CDAR505, das Developers Package V (Atari UniSoft UNIX System V Release 4.0) für den TT sowie 8- und 16-MB-Upgrades für den TT. Angekündigt werden eine neue externe Festplatte unter der Bezeichnung AtariFile 200 sowie erneut FSMGDOS. Alwin Stumpf nimmt zu seinen Posten als Geschäftsführer der Atari-Gesellschaften in Deutschland, der Schweiz und den Benelux-Ländern zusätzlich noch den Posten des Executive Vice President Sales & Marketing bei der Atari Corporation an, er ersetzt dort David Harris, der die Firma verlässt. Für die Konsole 2600 erscheinen die Spiele MotoRodeo, Ikari Warriors, Sentinel und Xenophobe. Leonard Tramiel wird Vice President Operating System Software / Advanced Software Development, er ersetzt damit Technical Product Manager John Feagans. Sein Bruder Garry Tramiel gibt seinen Posten als Secretary ab, bleibt aber Vice President Administration. Das Zwei-Spieler-JAMMA-Umbauset von Pit-Fighter kommt auf den Markt. Am 27. März entscheidet Bezirksrichterin Fern Smith, dass Tengen alle Marketing- und Vertriebsaktivitäten aller NES-kompatiblen Module einstellen und sie aus dem Handel zurückrufen muss. Als Begründung wird angegeben, dass die Mutterfirma Atari Games bei der Anforderungen der 10NES-Unterlagen im Jahr 1988 vor dem US-Patentamt gelogen habe.

1992
Atari FX-1 Prototyp Neu produzierte PAL-B-Modelle der Konsole 2600 für Australien und den Nahen Osten werden mit einem Chip ausgestattet, auf dem bereits 128 Spiele enthalten sind. Ausgeliefert wird dieses Modell mit einem CX78-Joypad. In Australien wird zudem die Konsole 7800 mit der 32 in 1 Game Cartridge ausgeliefert. Robert Gleadow, Geschäftsführer Atari (U.K.), übernimmt zusätzlich den Posten des Geschäftsführers von Atari (Benelux) von Alwin Stumpf. Paul Welch wird zusätzlich Verkaufsleiter von Atari (Benelux), er ersetzt Ruud van Nispen, der die Firma verlässt. Hans Walter Schnid verlässt Atari (Schweiz). Auf der CeBIT '92 stellt Atari das neue multitaskingfähige Betriebssystem MultiTOS für den TT und künftige Computer mit dem 68030- oder höheren Prozessor erstmals vor. Ausgewählten Fachleuten wird im Verborgenen der Prototyp des ST-Nachfolgers FX-1 vorgeführt. Für den Portfolio erscheint die Steckkarte Hyperlist, für den Lynx die Spiele Crystal Mines II und Toki.

1993
Atari Falcon 030 Im Vereinigten Königreich kommt der Falcon 030 am 10. März in den Handel. Die Atari (Schweiz) AG wird geschlossen, alle neun verbliebenen Mitarbeiter werden entlassen. Drei von ihnen wechseln zur Binova AG, die der neue Importeur der Atari-Computer in der Schweiz wird. Das Atari European Distribution Center am Hagenweg 7B im niederländischen Vianen nimmt seine Arbeit auf, die gesamte europäische Logistik und alle Vertriebsaktivitäten werden nun hier zusammengeführt. Die Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Italien unterstehen damit nun Atari (Benelux), die übrigen Töchter in Schweden, Österreich und Spanien werden geschlossen. Geleitet wird das AEDC von Paul Welch, Verkaufsleiter Atari (U.K.). Atari beschäftigt zum 24. März weltweit noch etwa 270 Angestellte, davon 78 in der Entwicklung, 77 in Marketing und Vertrieb, 27 im Einkauf und 88 in der Administration. Die Restrukturierung Ataris soll noch 1993 abgeschlossen werden, weitere Stellenstreichungen werden erwartet. Auf der CeBIT '93 stehen bei Atari die Systeme Falcon 030, TT030, Portfolio und Lynx im Vordergrund. Neben AtariWorks, SpeedoGDOS und MultiTOS werden die Falcon-Spiele The Humans, Llamazap, Road Riot 4WD, Raiden und Space Junk vorgestellt. Das von Toaplan entwickelte Arcadespiel Knuckle Bash kommt als JAMMA-Kit auf den Markt.

1994
Die Konsolidierung des europäischen Atari-Markts ist abgeschlossen, die Leitung, der Verkauf, das Marketing und die Entwicklung in ganz Europa untersteht nun der Atari Corp. (U.K.) in Slough. Die Atari (Benelux) B.V. betreibt das Atari European Distribution Center in Vianen. Die deutsche Atari Computer GmbH stellt ihre Vertriebsaktivitäten ein, die erst achtzehn Monate zuvor bezogene neue Deutschlandzentrale in Schwalbach wird geräumt und soll verkauft werden. Dieter Preuß wechselt zu Commodore Deutschland, Irma Obersteiner wird die Firma ebenfalls verlassen. Auch die Atari Italia S.p.A. stellt ihre Aktivitäten ein. Bei Atari France S.A. geht der bisherige Geschäftsführer Daniel Hammaoui, er wird bis zur Schließung wenig später durch Jean Richen ersetzt, der zudem das europäische Marketingteam leitet. Richen wechselt nach der Schließung von Atari France zu Atari (U.K.). Darryl Still, bisher Marketingleiter Atari (U.K.), wird zusätzlich Produktmanager für Europa. Die europäischen Geschäfte werden weiterhin von Robert Gleadow geleitet. Wilfred Kilwinger verlässt Atari (Benelux). Am 7. März verkündet Atari, dass angeblich weitere 48 Softwareentwickler für den Jaguar unter Vertrag stehen. Am 24. März legen Atari Games und Nintendo ihre Differenzen in Sachen US-Patent 4445115 bei. Nintendo zahlt Atari Games die Summe von 2,2 Mio. Dollar, Atari vergibt eine Lizenz für bestimmte, nicht näher genannte Patente an Nintendo. Atari verkauft der Time Warner-Tochter Warner Communications 1,5 Mio. Aktien zum Stückpreis von $8,50 und übergibt weitere 70.000 Aktien als Bezahlung für ihre Entwicklungsarbeit für die Konsolen 2600, 7800 und Lynx sowie den ST an Atari Games. Der Jaguar ist ab sofort auch in Los Angeles erhältlich.

1995
Tempest 2000: The Soundtrack Eine Umsetzung von Mortal Kombat III für den Jaguar wird am 13. März angekündigt. Am 17. März wird bekannt, dass Atari plant, Jaguar-Spiele auf x86-PCs zu portieren, vier dieser Spiele sollen bereits Ende 1995 auf CD-ROM zu haben sein, darunter Tempest 2000. Am 22. März werden drei Titel aus dem Hause Acclaim für den Jaguar angekündigt, darunter NBA Jam Tournament Edition und Frank Thomas Big Hurt Baseball. Am 25. März kündigt der Konzern Time Warner an, ihre Anteile an der Atari Corporation veräußern zu wollen, um den Schuldenstand des Konzerns zu senken. Zu dieser Zeit hält Time Warner 24,5% an der Atari Corporation, dieser Anteil ist derzeit etwa 42,9 Mio. Dollar wert. Der Preis des Jaguar wird im Vereinigten Königreich ab dem 26. März von £230 auf £149 gesenkt, die Veröffentlichung der CD-Erweiterung wird abermals auf den Juni verschoben. Der Vertrag mit der Virtuality Group wird erweitert, die Gruppe soll nun noch zwei Spiele für das in der Entwicklung befindliche VR-Headset entwickeln. Am 27. März erscheint die Audio-CD Tempest 2000 – The Soundtrack. Vom Arcadespiel Primal Rage gibt es ab sofort auch ein Showcase 33-Kit sowie ein Zwei-Spieler-JAMMA-Kit. Mega SWIV erscheint von TWI (Games) für Sega Mega Drive/Genesis. Am 21. März erscheint Kawasaki SuperBike Challenge in den USA für Sega Genesis und Sega Game Gear, die Version für den Super Nintendo wird auf Juni 1995 verschoben.

1996
Atari Jaguar: Attack of the Mutant Penguins August Liguori wechselt am 1. März zur Marvel Entertainment Group, seine Geschäfte als CFO der Atari Corporation übernimmt Sam Tramiel. Liguori bleibt aber bis zum Abschluss der geplanten Fusion mit JTS Vorstandsmitglied von Atari. Zwei Tage später zieht Atari von der 1196 Borregas Avenue in die South Mathilda Avenue in Sunnyvale um, dort stehen zehn Büros zur Verfügung, die auf Jack Tramiel, Sam Tramiel, Leonard Tramiel, Garry Tramiel, Dave Schwartz, John Skruch, Don Thomas, Scott Sanders, Max Fagan und Gayle McKim aufgeteilt werden, dazu ein Großraumbüro mit neun Arbeitsplätzen für je fünf Personen. Am 15. März erscheint Attack of the Mutant Penguins für den Jaguar. Laury Scott, Vice President Manufacturing and Operations, wechselt als Vice President Materials zu JT Storage. Zum Monatsende hat Atari in den USA noch 25 Angestellte (5 Entwickler, 12 Marketing und Vertrieb, 2 im Einkauf, 6 in der Administration) und sechs Angestellte außerhalb den USA. WMS Industries bestätigt am 9. März gegenüber den Medien, dass eine ihrer Tochtergesellschaften im Begriff ist, Atari Games aufzukaufen, ein Kaufpreis wird jedoch nicht genannt. Return Fire für die Sony PlayStation kommt in den USA (durch TWI) und Europa (durch Warner Interactive) in den Handel, die PC-Version erscheint nur in Europa. T-MEK erscheint als PC CD-ROM in Europa unter Warner Interactive. Der Verkauf der Marke Atari Games durch Warner Communications an Williams Interactive ist am 29. März abgeschlossen. Der Kaufpreis soll zwischen 9,8 Mio. und 23,8 Mio. Dollar gelegen haben. Im Verkauf enthalten sind neben dem Firmensitz in Milpitas auch die Tochterfirmen Atari Games Ireland Limited, Time Warner Interactive (California) Inc. und K.K. Time Warner Interactive, zusätzlich 70.000 Aktien der Atari Corporation (die gerade selbst in Fusionsgesprächen mit dem Laufwerkshersteller JT Storage steckt). Nicht enthalten ist die britische Tochter Time Warner Interactive Limited. CEO der nun wieder Atari Games Corporation genannten Firma wird Neil Nicastro, bislang Präsident und Co-CEO von WMS Industries. Louis Nicastro wird Co-CEO. Die Produktion zieht um: Die Hallen am 735 Sycamore Drive in Milpitas werden aufgegeben, die Produktion zu Williams Electronic Games nach Waukegan in Illinois verlegt. Die Atari Games-Zentrale verbleibt weiterhin am 675 Sycamore Drive in Milpitas.

1997
Atari Games: Maximum Force Die 39″-Showcase- und 25″-Standard-Versionen des mit CoJag-Hardware ausgestatteten Arcadespiels Maximum Force (Entwickler: Mesa Logic) werden veröffentlicht.

1999
Midway Home Entertainment veröffentlicht am 4. März 720° für den Game Boy Color. Das Arcadespiel War: Final Assault kommt in die Spielhallen. Am 17. März kommt California Speed für den Nintendo 64 in den Handel. Atari Games und Sega wollen kooperieren – Atari Games erteilt Sega Enterprises eine weltweite, nichtexklusive Lizenz zur Nutzung der Force-Feedback-Technologie für Sega Arcadespiele und Spielkonsolen, dafür erteilt Sega Atari Games eine ebenfalls weltweite und nichtexklusive Lizenz zur Nutzung ihrer Viewpoint Changeover-Technologie.


Nachfolgefirmen Atari, Inc. Midway Games
1998 – Atari Division (JTS Corporation)
Der Verkauf Ataris an die Hasbro-Tochter HIAC ist am 13. März abgeschlossen, die Atari Division der JTS Corporation wird geschlossen. John Skruch wechselt ebenfalls zu HIAC. Die Umsetzung von Centipede für PC und PlayStation wird von Hasbro für Herbst 1998 angekündigt.

2000 – Midway Games West, Inc. (Midway Games)
Gauntlet Legends wird am 30. März von Midway Home Entertainment für die PlayStation veröffentlicht.

2001 – Midway Games West, Inc. (Midway Games)
Etwa 60 Angestellte der Coin-Operated Division werden zum 6. März entlassen. Die Firma Team Play veröffentlicht das von Midway Games West und Infogrames lizenzierte Arcadespiel Classic Arcade: Centipede/Missile Command/Millipede als 25″-Standgerät.

2002 – Atari Interactive, Inc. (Infogrames Entertainment)
Für den Game Boy Advance erscheint die Spielesammlung Atari Anniversary Advance.

2002 – Midway Games West, Inc. (Midway Games)
Für den Nintendo Gamecube erscheint am 5. März Gauntlet: The Dark Legacy, das von Big Ape Productions auf die Konsole umgesetzt wurde.

2005 – Atari Interactive, Inc. (Infogrames Entertainment)
Die Sammlung Retro Atari Classics für den Nintendo DS kommt auf den Markt.

2018 – Atari SA
Die geplante Retrokonsole AtariBox wird in Anlehung an Ataris erste modulbasierte Videospielkonsole in Atari VCS umbenannt.
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